Die Creative Cloud im Kostenvergleich

Adobe Creative Cloud im Kostenvergleich

Auf der MAX 2013 stellte Adobe im Mai ihr neues Vertriebssystem für die Adobe Produkte vor: Das jetzige Abonnementsystem löst den Verkauf der Boxversionen der Programme völlig ab. Außerdem wird die Creative Suite nicht mehr weiterentwickelt; Was das bedeutet, das erfahren Sie hier.

Was genau ist die Creative Cloud?

Die Creative Cloud vereint, wie die Creative Suite 6 schon, die bekannten Adobe Produkte unter einem Namen. Das heißt, dass Sie so gut wie alle CS6 Produkte auch mit der Creative Cloud erhalten, aber nicht mehr kaufen, sondern mieten können. Die Creative Cloud basiert, anders als CS6, auf einem Abonnementsystem. Dies hat für viele den Vorteil, dass jedes Update, bestehe es aus zusätzlichen funktionellen Inhalten oder Bugfixes, im monatlichen Preis inbegriffen ist.

neue-Horizonte

Es ist so, dass die Creative Cloud sich mehr als eine Rundumerneuerung des kreativen Schaffensprozesses, als nur eine Abonnementlösung versteht. Wie Scott Belsky (Mitbegründer von Behance, Inc.) es formulierte:„Die Creative Cloud für den Desktop enthält alles, was Sie für Zusammenarbeit und Vernetzung brauchen.“ In diesem Sinne stellten Scott Belsky und Jeff Veen (Vize Präsident der Abteilung „Produkte“, Adobe) auf der MAX ihre Vision von neuen, vereinfachten Arbeitsprozessen vor. Mithilfe der Cloud wird die barrierefreie Nutzung von Projektdaten vereinfacht. Während man die Daten in der, für den Normalkunden 20 GB großen, Cloud speichern kann und somit von jedem Gerät aus die Möglichkeit hat mit ihnen zu arbeiten, wurden auch neue Features vorgestellt, die das gemeinsame Arbeiten an einem Projekt noch einfacher machen. So ist es jetzt möglich andere Cloud- Nutzer zum eigenen Projekt einzuladen, um die Dateien mit ihnen zu teilen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sie mit an ihnen arbeiten zu lassen.

Der finanzielle Aspekt

Einige kritische Stimmen wurden laut, als bekannt wurde, dass die Entwicklung von CS eingestellt und stattdessen komplett auf die CC umgestellt wurde. Der Monatsbetrag für eine Einzelperson, die ein Single-App Abonnement abschließt, also nur ein Programm wie beispielsweise Photoshop verwenden möchte, liegt bei 24,59 Euro. Bestandskunden, die bereits CS3 und höher haben, werden mit speziellen Angeboten gelockt: Kunden ab CS 3 erhalten ein Komplettabonnement für 36,89 Euro, respektive ein Single- App- Abonnement für nur 12,29 Euro. Dies aber wiederum auch nur im Jahresabo. Nichtsdestotrotz interessant für Besitzer der Creative Suite 6: Hier bietet Adobe das Komplettabonnement, das normalerweise 61,49 Euro kostet, für 24,59 Euro an. (Preise inkl. Mehrwertsteuer)
Und falls Ihnen der 20 GB große Speicherplatz nicht reicht, hat sich Adobe auch hier etwas ausgedacht: Der Team- Tarif kostet 86,09 Euro pro Benutzer im Monat und beinhaltet 100 GB Cloud- Speicher, für Vorbesitzer von CS6 liegen die Kosten bei 49,19 Euro im Monat. (Preise inkl. Mehrwertsteuer)

Zur Verdeutlichung jetzt eine kleine Rechnung: Im Extremfall hätten Sie also für die Nutzung aller Programme einmalig knapp mehr als 3600 Euro gezahlt (Preis für die CS6 Master Collection), wofür Sie jetzt monatlich, als Komplettabonnent (ohne Bestandskunde mit CS6 zu sein) 61,49 Euro zahlen. Rein rechnerisch braucht man demnach knapp 5 Jahre, um auf den vollen Preis für eine CS6 Version zu kommen. Zwar kommt die Tatsache hinzu, dass CS6 nach diesen 5 Jahren nicht mehr auf dem neuesten Stand sein wird, während die Creative Cloud bis dahin immer seine Updates zur Verfügung hatte, aber dennoch zahlen die Kunden ab 6. Jahr mehr Geld als zuvor.

Kostenvergleich Adoeb CS6 und Creative Cloud (CC)
Ferner gehört zum Abonnement eine Pro- Mitgliedschaft bei Behance, was den reibungslosen Austausch zwischen Kreativen vereinfacht. Selbstredend ist der Austausch der eigenen Dateien nicht nur durch Behance und den Cloud- Speicher möglich, auch Kollegen, die kein CC- Abonnement haben, können die Dateien benutzen. Sofern sie die entsprechenden Programme zum Öffnen dieser haben.

Das Monatsabo kann man, wie der Name schon vermuten lässt, monatlich kündigen, das Jahresabo jährlich. Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn die Installationen auch „nach Hause funken“ dürfen. Dies ist im Monatsabo mindestens alle 30 Tage, im Jahresabo alle 99 Tage notwendig.

Ein Vorteil eines Creative Cloud Abos: Die gemieteten Produkte lassen sich auf 2 Rechnern installieren, wobei das Betriebssystem keine Rolle spielt (!). Anders als zuvor können Sie also z. B Photoshop CC auf einen Rechner mit Windows- Betriebssystem und auf einen Mac installieren. Wofür Sie zuvor hätten beide CS Versionen kaufen müssen, reicht nun diese eine CC Version.

Fazit

Auf der einen Seite ist es sicher eine radikale Entscheidung komplett die Arbeit an neuen Creative Suite Produkten abzubrechen und den Dauerlizenzen weitestgehend zu entsagen, aber andererseits bietet die Creative Cloud eine Vielzahl von Vorteilen. Die erhöhte Konnektivität, die Möglichkeiten zur Synchronisierung und zahlreiche andere Themen, die es mitunter aus Platzgründen nicht mehr in diesen Artikel geschafft haben (genannt werden sollten z. B Adobe Kuler oder Adobe Typekit). Wer sich vom neuen System beeindrucken lässt, sollte sich ernsthaft Gedanken darüber machen, der Internetpräsenz von Adobe einen Besuch abzustatten, andernfalls muss man sich mit seiner Creative Suite 6 „abfinden“ – oder nach Alternativen suchen. Das die im professionellen Bereich aber rar sind, dessen ist sich Adobe wohl bewusst.

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