Die wichtigsten Neuerungen in Photoshop CC 2014

Die wichtigsten Neuheiten in Photoshop CC 2014

Mit nützlichen Verbesserungen erschien im Juni die neue Photoshop-Version CC 2014. Alle Abonennten der Creative Cloud oder der Fotografie-Cloud können das Programm in der 2014er-Ausgabe installieren. Wir sagen, was die Erweiterungen in der Praxis bringen.

Photoshop CC 2014 schickt endlich ein paar völlig veraltete Funktionen aufs Altenteil, nämlich die Filter-Befehle für Bewegungsunschärfe und Drehungsunschärfe. Stattdessen gibt es es nun vielseitige, komfortable Verfahren innerhalb der Weichzeichnergalerie.

Bewegungsunschärfe à la Photoshop CC 2014

Bewegungsunschärfe à la Photoshop CC 2014

Bewegungsunschärfe

So erzeugt die neue Pfad-Weichzeichnung formbare Bewegungsunschärfe, die in unserem Beispiel der Armrichtung einer Volleyballspielerin folgt. Der Bewegungspfad lässt sich mit beliebig vielen Punkten mehrfach verbiegen; so deuten Sie zum Beíspiel die Dynamik einer Autofahrt auf welligem Untergrund an.

Auch die Verzerrung selbst ist stufenlos änderbar. Die Variante „Blitz auf den 2. Verschlussvorhang“ orientiert sich an einer Kameratechnik, bei der erst am Ende der Belichtungszeit geblitzt wird. So erscheint die Bewegungsspur zuverlässig hinter und nicht vor dem Hauptmotiv, das zudem besonders deutlich sichtbar bleibt. Auch ein Stroboskopeffekt lässt sich einstellen.

Die Funktion ist jedoch nicht ohne Tücken: In der Regel soll ja nur ein einzelner Bildbereich verwischen; dazu muss man aber außerhalb des Hauptmotivs weitere Unschärfe-Pfade mit Stärke 0 einrichten, und das erfordert pro Pfad mehrere Klicks; diese zusätzlichen Pfade zur Eingrenzung des Effekts sehen Sie auch in unserer Abbildung.

Zudem entfernt die Pfad-Weichzeichnung möglicherweise vorhandenes Bildrauschen in den verfremdeten Partien des Fotos. Hier rechnet man eventuell nachträglich wieder Rauschen in die Aufnahme, zum Beispiel mit den Körnung-Reglern aus dem Effekte-Bereich des Camera Raw-Filters.

Die neue Drehungsunschärfe - Foto: rtCars.de

Die neue Drehungsunschärfe – Foto: rtCars.de

Mehr Umdrehungen

Auch Drehungsunschärfe für Räder, Propeller oder Uhrzeiger gehört jetzt zu den Angeboten der Weichzeichnergalerie. Die Platzierung des Zentrums bereitet keine Mühe mehr. Ovale Auswahlen für seitlich fotografierte Objekte sind ebenso möglich wie Stroboskopeffekte.

Wie üblich lassen sich Bewegungsunschärfe und Drehungsunschärfe als Smartfilter anwenden. Damit können Sie die Filtereinstellungen jederzeit ändern; per Filtermaske unterdrückt man die Verfremdung in einzelnen Bildzonen ganz.

Der Befehl Fokusbereich

Der Befehl Fokusbereich

Fokusbereich

Photoshop hatte schon immer tolle Auswahlfunktionen, und die 2014er-Ausgabe legt noch den Befehl „Fokusbereich“ obendrauf. Dieses Verfahren wählt automatisch das scharf fokussierte Hauptmotiv eines Fotos aus, der Hintergrund bleibt außen vor. Das klappt nicht immer perfekt, darum kann man mit ein paar schnellen Mausklicks weitere Bildzonen zusätzlich auswählen oder aus der Auswahl verbannen. Anschließend entsteht je nach Wahl eine Auswahl-Fließmarkierung oder eine neue Ebene mit oder ohne Ebenenmaske.

Der Fokusbereich leitet auf Wunsch gleich weiter zum bekannten Befehl „Kante verbessern“, der Auswahlumrisse perfekt glättet. Vorsicht jedoch – wer einmal zu „Kante verbessern“ wechselt, kommt nicht mehr zurück in den Fokusbereich-Dialog und muss eventuell ganz neu mit der Auswahl ansetzen.

Neues für Designer

Auch Designer und Fotomonteure erhalten neue Techniken. Das lang bekannte Bedienfeld für Ebenenkompositionen speichert verschiedene Anordnungen einer Montage innerhalb einer einzigen Datei – und nun endlich hat Hersteller Adobe einen lang diskutierten Fehler eliminiert: Nach Änderungen an Einzelebenen wurden die verschiedenen Ebenenkompositionen bisher nicht zuverlässig aktualisiert, die Darstellung stimmte nicht mehr. Das ist vorbei.

Schon bisher zeigte Photoshop auf Wunsch sogenannte intelligente Hilfslinien beim Bewegen von Ebenen. Sie verrieten vor allem, ob zwei Ebenen auf einer Grundlinie oder mittig angeordnet sind. Nun melden diese Hilfslinien auch den Abstand zwischen zwei Ebenen und helfen beim gleichmäßigen Ausrichten mehrerer Ebenen.

Verbesserungen auch bei der Schriftenverwaltung: Fehlende Fonts installieren Gestalter jetzt direkt aus Photoshop heraus. Das Textobjekt in der Bilddatei zeigt eine Schriftvorschau noch vor der endgültigen Anwahl einer Schriftart.

Vorlage, Retusche mit bisherigem und mit neuem Ergebnis

Vorlage, Retusche mit bisherigem und mit neuem Ergebnis

Retuscheautomatik

Das inhaltsbasierte Füllen gehörte schon bisher zu den verblüffendsten Photoshop-Talenten: Das Programm rechnet auch größere Bildstörungen weitgehend fehlerfrei weg – und das vollautomatisch. Hier gibt es jetzt die neue, wirkungsvolle Option „Farbanpassung“.

Unser Beispiel oben zeigt die Verbesserung: In der mittleren Variante mit der alten Technik verschwinden die Kabel zwar wie gewünscht aus dem Bild, doch im Himmel bleibt ein Fleck zurück. Rechts erscheint das Ergebnis mit der Farbanpassung aus Photoshop CC 2014: Diesmal gelingt die vollautomatische Fehlerkorrektur auf Anhieb perfekt, anders als bisher muss man nicht mehr nacharbeiten.

Neue Vorher-Nachher-Ansicht im Raw-Dialog

Neue Vorher-Nachher-Ansicht im Raw-Dialog

Raw-Dialog ausgebaut

Auch der Raw-Dialog kommt mit Verbesserungen. Nach Art von Lightroom gibt es jetzt verschiedene Vorher-Nachher-Vergleiche. Das ging bisher weniger übersichtlich nur mit dem Tastaturbefehl P.

Wichtiger noch: Verlaufsfilter und Radialfilter haben den gewählten Bildbereich bisher streng gleichmäßig verändert; ab Photoshop CC 2014 können Sie die Ausdehnung des Effekts nun mit einer Pinselmaske verfeinern.

Unser Bildpaar zeigt die Verbesserung am Beispiel des Radialfilters: Dieser Filter mit ovalem Umriss hebt hier das Hauptmotiv hervor – es wird leicht aufgehellt, kontrastverstärkt und geschärft. Dabei wird aber auch die direkte Umgebung des Hauptmotivs betont, hier das Meerwasser. Die neue Pinselmaske unterdrückt die Verstärkung des Meerwassers, so dass nur die Person selbst hervorgehoben wird. Dabei erkennt die Pinselmaske automatisch Motivkonturen, Sie müssen also nicht besonders genau malen.

Radialfilter ohne/mit Pinselmaskierung – Foto: Lucas Klamert

Radialfilter ohne/mit Pinselmaskierung – Foto: Lucas Klamert

Die gleiche Möglichkeit bietet auch der Verlaufsfilter, der zum Beispiel den Himmel verstärkt: Ragt ein Baum oder ein Hochhaus in den Himmel, wirkte sich die Veränderung ungewollt auch dort aus. Aber mit der neuen Pinselmaske lassen sich Bildteile innerhalb des Verlaufsfilters nun gegen Mitverfremdung sichern. Wie Sie Radialfilter oder Verlaufsfilter mit der neuen Pinselmaske einsetzen, erklären wir ausführlich hier!

Neue Voreinstellungen

Neue Voreinstellungen

Voreinstellungen

Photoshop CC 2014 wird übrigens zusätzlich zu schon vorhandenen Photoshop-Versionen auf dem Rechner installiert und zeigt auch einen geänderten Splashscreen. Einige Vorgaben wie Aktionen oder Pinselspitzen übernimmt der neue Photoshop auf Wunsch von älteren installierten Versionen.

Um Speichernutzung oder Dateihandhabung anzupassen, muss man aber immer noch in die Voreinstellungen wechseln. Dort gibt es den neuen Bereich „Experimentelle Funktionen“: Er macht Photoshop-Befehle zugänglich, die noch nicht endgültig marktreif sind, derzeit vor allem Anpassungen an Windows-Tablets.

Der neue Splashscreen von Photoshop CC 2014

Der neue Splashscreen von Photoshop CC 2014

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