Lightroom 6

Gesichtserkennung, HDR und mehr – die Neuheiten bei Lightroom CC 2015 bzw. Lightroom 6 schon getestet

Die neue Lightroom-Version erscheint in zwei Varianten mit zwei unterschiedlichen Namen und Vertriebswegen. Beide Ausgaben bieten aber auf Desktop-Rechnern dieselben Verbesserungen – vor allem Gesichtserkennung, HDR und Panorama. Wir haben uns die Funktionen bereits für Sie angesehen.

Heiteres Personenraten

Lange gefordert, jetzt ist sie endlich da: die Gesichtserkennung in Lightroom 6. Das Programm erkennt also selbständig Personen und ordnet ihnen die Namen zu. Dazu erhielt die Lightroom-Werkzeugleiste unten im Programmfenster eine neue Schaltfläche – einen Kopf. Hier startet der Anwender die Gesichtserkennung, und erst jetzt durchsucht Lightroom 6 den Katalog nach Fotos mit Personen – und das kann dauern. Anschließend präsentiert das Programm eine Liste von Bildausschnitten mit gefundenen Gesichtern. Fotos mit mutmaßlich identischen Personen werden gleich in Stapel gepackt. Anschließend lassen sich die Personen benennen.

Gesichtserkennung in Lightroom CC 2015

Gefundene Bildausschnitte mit Personen

Im Test präsentiert Lightroom zahlreiche Bildausschnitte getrennt voneinander, ohne zu erkennen, dass es sich um ein und dieselbe Person handelt. Das ist aber immer noch besser, als unterschiedliche Leute als eine einzige Person vorzuschlagen. Immerhin präsentiert das Programm eine eigene Liste mit Bildern, die es für ähnlich, aber nicht zwingend für identisch hält. Die Bilder dieser Liste kann der Anwender bequem sofort mit demselben Namen beschriften.

Auch die JPG-Komprimierung beeinflusst, wie viele Gesichter Lightroom aufspürt. Nur höchst selten präsentiert Lightroom Bildstellen als Gesicht, die gar keine Person enthalten – das passiert unter anderem bei kreisförmigen Details.

Die Werkzeugleiste hat noch eine weitere neue Schaltfläche, sie heißt „Gesichtsbereich ziehen“: Mit dieser Funktion rahmen Sie Gesichter ein, die Lightroom gar nicht erkannt hat – zum Beispiel halb verdeckte Gesichter oder Aufnahmen mit ungewöhnlicher Kopfhaltung. Die Kopf-Schaltfläche sollten Sie wieder deaktivieren, wenn Sie alle Bilder und nicht nur Portraits sehen wollen – menschenleere Fotos unterdrückt Lightroom 6 sonst vielleicht.

Gesichtserkennung und Benamung in Lightroom CC 2015

Benennung einer Person

Lightroom bietet nur ein Namensfeld, in dem Vor- und Nachname gemeinsam eingetragen werden – also keine getrennten Felder für Vor- oder Nachname, Titel, Geschlecht, Adresse oder Geburtsdatum. Beim Exportieren in andere Dateiformate wie JPG, PSD, DNG oder TIFF trägt Lightroom den Namen als Stichwort in die IPTC-Metadaten ein – als Überschrift oder Bildunterschrift lässt er sich nicht anwenden. Wahlweise lässt sich der Name beim Export jedoch unterdrücken, ebenso wie man bisher schon Ortsangaben ausblenden konnte.

Lightroom kaufen

Das Programm lässt sich weiterhin einzeln für dauerhafte Nutzung erwerben. Einmal zahlen, unbegrenzt lange anwenden – das heißt dann Lightroom 6 und kostet etwa 130 Euro.

Die Alternative: Sie abonnieren Lightroom gemeinsam mit Photoshop (etwa 142 Euro jährlich) oder mit der gesamten Creative Cloud des Herstellers Adobe. In diesem Fall heißt die neue Software nicht mehr Lightroom 6, sondern Lightroom CC 2015. Nur in Verbindung mit Lightroom CC lassen sich die Lightroom-Mobil-Apps dauerhaft nutzen; sie erlauben etwa Bildverwaltung und Bildkorrektur; Sammlungen auf Mobilgerät, Desktop und wahlweise in Webgalerien werden automatisch aktualisiert und die neue Slate-App produziert schicke Text-Foto-Präsentationen.

Diese Online-Talente bekommen Sie mit der Einmal-Kauf-Desktop-Variante Lightroom 6 nicht. Käufer des Einzelprogramms können die Lightroom-Apps jedoch 30 Tage lang testen.

Jetzt kann Lightroom HDR

Erstmals setzt Lightroom Bildserien zu Panoramen oder HDR-Bildern zusammen. In beiden Fällen entsteht sofort eine DNG-Datei mit hohem Tonwertreichtum – quasi eine neue Raw-Datei; dieses DNG-Ergebnis lässt sich mit allen Lightroomfunktionen weiter verfeinern.

HDR in Lightroom 6

Untermenü für HDR und Panorama

Lightroom bietet dabei nur wenige Optionen für HDR wie auch für Panoramen an. Der HDR-Dialog entfernt lediglich Geistereffekte mit unterschiedlichen Intensitäten, also zum Beispiel Bildstörungen durch bewegtes Laub, durch Autos, Menschen oder Wellen. Die HDR-Funktion liefert keinerlei Feinabstimmung per Gradationskurve oder Schieberegler, auch kein Histogramm neben der Vorschau.

Die HDR-Ergebnisse wirken generell sehr natürlich und meist besser als HDR-Montagen aus dem Photoshop-Dialog „Zu HDR Pro zusammenfügen“. Sie erinnern weniger an ein typisches HDR-Bild, eher an eine hochwertige Raw-Datei mit sehr viel Reserven bei der Korrektur – alle Reserven der zugrunde liegenden Dateien sind noch vorhanden.

Die HDR-Ergebnisse sollten mit den üblichen Lightroom-Korrekturen nachbearbeitet werden. Schon der HDR-Dialog bietet eine Kontrastautomatik, die man genauso gut nachträglich im Entwickeln-Modul einschalten kann. Sie verbessert die HDR-Montage bereits wesentlich. Wichtig sind danach aber noch Lightroom-Regler wie „Tiefen“, „Schwarz“, „Lichter“ und „Weiß“.

HDR Dialog in Lightroom CC 2015

Der neue HDR-Dialog

Breitwandbilder aus Lightroom

Im neuen Panorama-Dialog bieten Lightroom CC 2015 und Lightroom 6 die drei Projektionsarten „Kugelförmig“, „Zylindrisch“ und „Perspektivisch“, wahlweise wählt das Programm selbst eine Projektionsart aus. Die von Photoshop und Photoshop Elements bekannten Projektionsarten „Collage“ und „Repositionieren“ fehlen jedoch – sie erlauben oft Ergebnisse mit relativ wenig Verzerrung.

Lightroom erzeugt exzellent montierte, nahtlose Breitwandbilder im DNG-Dateiformat. Bei der Panorama-Montage entstehen praktisch immer weiße Ränder, die Lightroom wahlweise direkt abschneidet; so wird die Bildfläche kleiner. Alternativ kann man die weißen Stellen auch mit dem Bereichsreparatur-Werkzeug retuschieren; das ist jedoch mühsam, und man muss das Panorama erst in eine JPEG-Datei umwandeln. Photoshop und Photoshop Elements retuschieren weiße Lücken weitaus effizienter.

Lightroom 6 Panorama

Erstmals mit Panorama-Funktion

Bildbearbeitung

Nur kleinere Verbesserungen bietet Lightroom bei der Bildkorrektur. Vielseitiger wurden zum Beispiel Verlaufsfilter oder Radialfilter, die Bildbereich stufenlos in eine Richtung verändern. So dunkelt der Verlaufsfilter zum Beispiel einen Himmel stufenlos von oben nach unten ab. Der neue Filterpinsel spart hier nun einzelne Bildbereiche komplett von der Veränderung aus. Sie verhindern zum Beispiel, dass aufragende Häuser mit abdunkeln.

Diese Funktion gibt es auch schon im Raw-Dialog von Photoshop CC, wir haben es HIER vorgestellt.

Bekannt vom Photoshop-Raw-Dialog sind auch die Neuerungen beim Korrekturpinsel: Die Korrekturzone lässt sich jetzt verschieben und auch verdoppeln – damit kann man eine örtliche Änderung noch verstärken oder auf eine weitere Problemzone übertragen.

Das Werkzeug gegen rotgeblitzte Augen erzeugt jetzt wahlweise noch ein Spitzlicht im Auge, das sich verschieben lässt. Erstmals korrigiert Lightroom mit einer neuen Option auch geblitzte Tieraugen. Die erscheinen oft blau oder grün statt rot und lassen sich mit dem gängigen Rote-Augen-Werkzeug nicht reparieren.

Das Freistellungswerkzeug korrigiert schiefe Horizonte jetzt auch automatisch. Die Options gab’s bisher freilich auch schon im Objektivkorrekturen-Bedienfeld. Die Softproof-Funktion unterstützt jetzt auch CMYK-Profile.

Filterpinsel in Lightroom 6

Verlaufsfilter jetzt mit Filterpinsel

Kleine Verbesserungen bei der Bildverwaltung

Nur kleinere Neuerungen gibt es bei der Bildverwaltung: Direkt beim Importieren lassen sich Bilder nun in Sammlungen aufnehmen – auch in synchronisierte Sammlungen, deren Aufnahmen wahlweise automatisch online erscheinen. Die Sprühdose hat bisher einzelne Stichwörter ins Bild gepflanzt, nun bringt sie auch ganze Stichwortsätze unter.

Oberfläche

Insgesamt wird das Programm schneller. Wie schon Photoshop nutzt auch Lightroom jetzt die Rechenkünste der Grafikkarte und baut die Bilder so vor allem auf 4k-Monitoren schneller auf. Auch Exportieren, Verschieben und (am Mac) das Importieren sollen flotter ablaufen – eine Adobe-Tabelle zeigt Verbesserungen von mehreren hundert bis tausend Prozent. Auf Geräten mit berührungsempfindlichem Monitor wie dem Microsoft Surface wechselt Lightroom wahlweise zu einer speziellen Touchscreen-Oberfläche.

Die Statusleiste oben links wurde komplexer. Hier erscheinen Statusbalken zum Beispiel für den Arbeitsfortschritt beim Importieren, Exportieren, beim Errechnen von Panorama- oder HDR-Montagen, beim Synchronisieren mit dem Internet, aber auch bei der Adressen- und Gesichtssuche. Der Bereich lässt sich nun per Klick vergrößern, man kann die einzelnen Aufgaben hier starten oder pausieren.

 

Statusleiste von Lightroom CC 2015

Statusleiste als Kontrollzentrum

Präsentation

Lightroom kann die Bilder in der Diaschau erstmals schwenken und zoomen. Die Intensität lässt sich steuern – mit nur einem Regler für Schwenken und für Zoomen. Außerdem nimmt Lightroom nun bis zu zehn Titel als Hintergrundmusik an, die Reihenfolge ändert man im neuen Abspielen-Bedienfeld. Zur Vorschau der Präsentation bietet Lightroom nun verschiedene Seitenverhältnisse an, passend zu den installierten Monitoren, und drei verschiedene Qualitäten.

Im Web-Modul schafft Lightroom die Flash-Galerien ab, es gibt nur noch HTML 5. Zusätzlich zur bekannten HTML-Galerie gibt es drei neue Galeriestile im beliebten Kachel-Look – die Bilder füllen hier jeden Quadratzentimeter des Monitors aus, unabhängig von Seitenverhältnissen. Sie sehen auf Bürorechnern und Mobilgeräten gleichermaßen gut aus. Die Funktion gibt es wohlgemerkt bei Lightroom CC 2015 wie auch bei Lightroom 6.

Lightroom und Photoshop Schulungen

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