DIGILITY 2018

Persönliche Highlights

Ich bin mit hohen Erwartungen zur Digility gegangen und wurde überrascht.

Gerechnet habe ich mit beeindruckenden neuen Präsentationen von VR- und AR-Anwendungen, mit Umsetzungen und Visionen zu Artificial Intelligence und mit Robotern. Ich bin davon ausgegangen, dass ich diesen Artikel über Best Practices, über Erlebnisse an der VR Kletterwand und über Zukunftsentwürfe schreibe. Um eines vorweg zu nehmen: Das könnte ich auch. Diese Erwartungen wurden erfüllt. Überraschend ist, dass meine Highlights ganz andere waren – und sich viel schwerer journalistisch verarbeiten lassen.

Um das nachvollziehen zu können, ein kurzer Hintergrund zu mir: Ich schreibe meine Masterarbeit im Bereich Mixed Reality bei INCAS Training und Projekte und bin somit als Werkstudentin auf der Digility gelandet. Damit bin ich – sind wir mal ehrlich – bei einer Veranstaltung mit CEOs und Directors-of-Something von namenhaften Unternehmen wie HTC Vive, Microsoft, Lufthansa und vielen weiteren, eher am unteren Ende der Nahrungskette angesiedelt.

Aber es hat sich nicht so angefühlt. Das wirklich Überraschende und Inspirierende waren die Gespräche auf der Digility. Das Digility-Volk ist neugierig, es sprudelt vor Inspiration und Ideen. Und vor allen Dingen möchte es diese Ideen teilen und sich gegenseitig inspirieren. Keine Spur von Konkurrenz, von Neid und Hierarchiedenken. Die Stimmung der Digitliy lässt sich gut in einem Tweet einer Userin unter dem Hashtag #DIGILITY18 zusammenfassen:

„The Future is what you make of it“

Ebendieser Gestaltungswille liegt fast greifbar in der Luft.

Diese Haltung zeigt sich auch bei Dirk Songür, Head of Mixed Reality Studio Berlin. In seinem Vortrag “A world of Mixed Reality – above and beyond headsets” spricht er darüber, dass er sich über den Konkurrenten Magic Leap freut, weil der Wettbewerb Austausch und Kreativität anfeuert.

Ich habe vor der Digility nicht damit gerechnet, dass die Leader der Szene auf mich zukommen, sich für meine Masterarbeit und meine Ansichten interessieren, die Diskussion suchen und mir nicht nur auf der Bühne, sondern im direkten Gespräch Anregungen geben und genauso auch Anregungen suchen. Die Besucher der Digility machen sich frei von Grenzen – sei es in Form von Grenzen durch die Technologie digitaler Realitäten („The Future is what you make of it„) oder aber in Form von Hierarchie oder Konkurrenz. Konsens ist: Wir sind offen.

Offener und angeregter Austausch der Podiumsrunde.

Hard Facts

Mit 47 Ausstellern, drei Bühnen, zwei Workshops und knapp hundert Speakern hat sich die Digility vergrößert. Die Mischung war nach wie vor bunt: Start Ups und Konzerngiganten, Einsteiger und Experten, Wirtschaft und Forschung, unterhaltungs- und businessorientierte Anwendungen, nationale und internationale Besucher.

Unsere Rolle

Wir waren dieses Jahr nicht nur Aussteller auf der Digility. Tatsächlich haben wir mit der Developer Stage ein komplettes Bühnenprogramm auf die Beine gestellt.

INCAS Training und Projekte Chef Stephan Otten als Kurator für die Developer Stage.

Unser Ziel war es, Besucher nicht nur mit vagen Ideen nach Hause gehen zu lassen, sondern ihnen die praktischen Schritte der Umsetzung nahezubringen. Einsteiger und Entscheider sollten Vorgehen und Aufwand bei der Entwicklung und Implementation von VR- und AR-Anwendungen einschätzen können. Dafür haben wir eine Bühne ins Leben gerufen, auf der wir die komplette Produktions-Pipeline, von der Vorbereitung der CAD-Daten bis hin zur Verknüpfung von VR/AR mit künstlicher Intelligenz dargestellt haben. Die Speaker haben wir von keinen geringeren Firmen als beispielsweise Maxon, Unreal, Samsung, Unity uvm. rekrutiert.

Gut besuchte Hallen bei Rene Schultes Vortrag „Advanced Mixed Reality development and best practices“

Und wir haben unser Ziel erreicht. Nicht nur wir waren von den Vorträgen begeistert, auch von außerhalb haben wir durchweg positives Feedback erhalten.

Aber damit nicht genug: Unser Chef Stephan Otten hat es sich außerdem nicht nehmen lassen, in der Hackathon Jury mitzuwirken – eine Art Wettstreit der besten Ideen und deren programmatischer Umsetzung in Rekordzeit. Wem der Begriff neu ist: Eine Symbiose aus Hacker und Marathon: Hackathon! Es ist erstaunlich, wie sich ein diesen Teams in 36 Stunden so viel ungezügelte Kreativität entwickeln kann. Am Ende standen drei faszinierende Lösungen, die von AUDI und INCAS mit Preisen im Wert ca. 10.000 Euro prämiert wurden.

Auch an unserem Stand kam keine Langeweile auf. Das Interesse an Schulungen zu den Werkzeugen in der Produktionskette zu VR und AR steigt immer weiter an. Dementsprechend haben wir auch unser Schulungsangebot in diesem Bereich stark ausgebaut und bilden nun die gesamte Produktion-Pipeline ab (siehe hier: www.digital-reality-training.de ) Es zeigt sich also: Wir haben auf das richtige Pferd gesetzt.

Geschäftiges Treiben am INCAS Training und Projekte Messestand.

Fazit: VR ist businessfest, MR und AR auf einem guten Weg

Losgelöst von der zukunftsgerichteten Energie der Digility, spielte dieses Jahr auch die Gegenwart eine große Rolle. Meine zentrale Erkenntnis: VR ist so weit. Letztes Jahr dominierten noch Ideen und Visionen, dieses Jahr wurden handfeste durchgeführte Projekte vorgestellt. VR ist nicht länger Zukunftsmusik, sondern tatsächlich businessfest – und wird von allen großen sowie vielen kleinen Playern bereits genutzt. Insbesondere im Training und in der Produktentwicklung ist VR nicht mehr wegzudenken. Bei Augmented Reality sieht das Ganze noch etwas anders aus:

Prof. Dr. Stefan Albertz verdeutlicht den Status Quo von Virtual, Augmented und Mixed Reality in Gartners Hype Cycle for Emerging Technologies: Virtual Reality ist kein Hype mehr. Letztes Jahr noch befand sich die Technologie in der sogenannten Phase „Slope of Enlightment“, dieses Jahr hat sie den Hype Cycle verlassen und etabliert sich – zumindest im B2B Bereich. Augmented Reality und Mixed Reality hängen übrigens etwas hinterher und befinden sich gerade in der Phase „Through of Disillusionment“.

Das spiegelte sich auch auf der Digility wieder. Virtual Reality stand bei den Best Practices im Fokus, weil die Technik weiter ist. Bei Augmented Reality bleibt noch viel Spielraum für uneingeschränkte Zukunftsvisionen.

Wir sind gespannt, an welcher Stelle wir AR und MR bei der nächsten Digility im Mai einordnen können. Wir werden jedenfalls dabei sein.

Das DIGILITY 2018 INCAS Training und Projekte Team.

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